Der Sonnenschein im Ganzen
Eines Tages schien ein Strahl goldenen Sonnenlichts auf einen Felsen.
Eine Weile lang tanzte er darauf herum, freute sich seines Daseins und
war glücklich, so dahin scheinen zu können.
Plötzlich erschien in seinem Licht ein dunkler Schatten. Der kleine
Sonnenstrahl wurde davon buchstäblich verdunkelt.
Dieser Schatten erzeugte eine machtvolle Schranke, die der kleine
Sonnenstrahl nicht zu durchdringen vermochte.
Bestürzt sagte der kleine Sonnenstrahl: „Wieso wirfst du hier einen
Schatten hin? Wieso darf ich nicht weiterhin auf diesen Felsen scheinen?“
Der Schatten antwortete nicht, sondern wurde dunkler und dunkler.
Der kleine Sonnenstrahl schaute sich um und sah eine dunkle Wolke
herbeischweben, und er erkannte, dass der Schatten ganz einfach wegen
der Wolke da war.
Der Sonnenstrahl sagte zur Wolke: „Verzeiht mir, Frau Wolke, doch sie
werfen einen Schatten auf den Felsen, und ich kann nicht mehr darauf
scheinen. Ich scheine gerne auf die Felsen auf der Erde. Könnten Sie
bitte vorbei eilen, damit ich das bald wieder tun kann?“
Die Wolke, die ziemlich mächtig, groß und dunkel war, sagte: „Wieso
sollte ich mich beeilen, kleiner Sonnenstrahl? Ich bin viel mächtiger
als du. Siehst du, wie ich deinen Strahl zu verdunkeln vermag? Ich habe
so viel Kraft und Macht, dass mich nichts stoppen kann! Ich mache, was
ich will, und ich will mich nicht beeilen. Ich will hier bleiben, so
lange ich will!“
Der kleine Sonnenstrahl blickte ein wenig traurig. Doch plötzlich
bemerkte er, wie ein kräftiger Wind aufkam und die Wolke sich ziemlich
rasch fortbewegte.
Nun konnte der kleine Sonnenstrahl wieder auf den Felsen scheinen. Er
war sehr dankbar und sagte zum Wind: „Ich danke dir vielmals. Du hast
die dunkle Wolke weggeschoben, und nun kann ich wieder auf die Felsen
auf der Erde scheinen!“
Der Wind seufzte und antwortete: „Wenn wir uns von unserer eigenen Macht
zu sehr gefangen nehmen lassen, werden wir immer irgendwann von ihr
weggeblasen. Wenn wir die Bedürfnisse der anderen nicht sehen können,
dann wird die Macht, die wir ausdrücken, uns nicht mit dem Ganzen
verbinden, sondern durch das Zusammenwirken des Ganzen weggeblasen.
Anders gesagt: Du hast mich gerufen aufgrund deines Wunsches, auf die
Erde zu scheinen. Ich habe auf die Qualität des Scheinens reagiert, die
du repräsentierst.
Die Wolke muss noch viel über Zusammenarbeit im Ganzen lernen. Wenn wir
zusammenarbeiten und andere unterstützen, dann werden das Ganze und
seine verschiedenen schöpferischen Elemente auf unsere Bemühungen
reagieren. Erinnere dich daran, kleiner Sonnenstrahl: Deine Freude und
dein Licht treten hervor, wenn die Wolken, die dich verdunkelt haben,
weggereinigt wurden, und das Mittel, um sie wegzureinigen, ist das
wechselseitige Zusammenwirken, die Zusammenarbeit des Ganzen, das deine
Bemühungen unterstützt! Scheine nun weiter, kleiner Sonnenstrahl,
scheine nun weiter!“
Der kleine Sonnenstrahl fuhr also fort, auf die Felsen zu scheinen, und
er wusste, dass jeder Schatten, der seinen Strahl zu verdunkeln
trachtete, durch das Ganze entfernt wird, weil es das Bemühen zu
scheinen und zu strahlen unterstützt!

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